Sonntag, 8. April 2007

Eigenverlag, und wie man es nicht macht

Es gehört schon einiges an Chuzpe dazu, einen Spielverlag zu gründen, dessen Hauptaufgabe es sein soll, die selbst entwickelten Spiele an die Leute zu bringen. Das Risiko ist klar: man investiert tausende Euros in die Produktion (und das beinhaltet nicht nur die Herstellung, sondern auch Zeichnungen, Layout, und das tägliche Mittagessen), und am Ende kann man seine Wohnung mit hunderten bunten Pappschachteln neu dekorieren.

Lassen wir das Marketing (von Kleinverlagen gerne ignoriert) und die Produktqualität (an der Kleinverlage gerne sparen) für heute beiseite. Weitere wichtige Faktoren für einen erfolgreichen Start sind Spielbarkeit und Zielgruppenpolitik.

Spielbarkeit
Große Verlage besitzen das Know How und die nötigen Kapazitäten an Testern, damit die Spiele am Ende auch tatsächlich spielbar sind. Will man nun selber Spiele veröffentlichen, muß man sich absolut sicher sein, dass keine groben Macken mehr im Spiel sind. Sind die Regeln verständlich? Ist ein für alle Beteiligten fairer Ablauf des Spiels gewährleistet? Sind alle Lücken und Unstimmigkeiten beseitigt? Und so weiter, und so fort.
Hier gibt es für den aufstrebenden Spieleverlag nur eine Möglichkeit: testen, testen, testen. Und bitte nicht (immer) im Eigenversuch, und am besten auch nicht (nur) im Freundeskreis. Möglichst viele unbekannte Probanden wirken hier Wunder.

Zielgruppenpolitik
Für wen mache ich eigentlich meine Spiele? Für Familien mit Kindern? Für Fantasy-Fans? Gelegenheitsspieler oder "Profizocker"? Aufmachung und Thema sollte zur Zielgruppe passen. Aber, noch wichtiger: es sollte eine Zielgruppe geben. "Menschen, die Brettspiele mögen" ist hierbei keine Zielgruppe.


In Kürze: Fallbeispiele zu Spielbarkeit und Zielgruppen.
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